• Ar Champernowne

  • Place of Dispatch: Florenz · Date: 17.05.1790
    Metadata Concerning Header
  • Sender: Champernowne, Ar
  • Recipient: Werner, Abraham Gottlob
  • Place of Dispatch: Florenz
  • Date: 17.05.1790
    Manuscript
  • Provider: Universitätsbibliothek "Georg Agricola" der Technischen Universität Bergakademie Freiberg
  • Classification Number: Nachlass Abraham Gottlob Werner, Band II (B) S. 176n-176o
  • Incipit: „[1] Mein lieber Herr Inspector
    Ob Ich gleich ueberzeugt bin daß Ich ihnen nicht interressantes werde schreiben konnen, doch kann ich [...]“
    Language
  • German
[1] Mein lieber Herr Inspector
Ob Ich gleich ueberzeugt bin daß Ich ihnen nicht interressantes werde schreiben konnen, doch kann ich nicht das Vergnügen entgehen mich mit ihnen schriftlich zu unterhalten. Wie oft habe ich gedacht wie angenehm es mir gewesen wäre die Gegend um Neapel mit ihnen betrachtet zu haben, es ist noch nicht zu spad und Ich hoffe daß die Gelegenheit sich noch finden wird. Meine Liebe für die Mineralogie ist durch dieser Reise viel gestärkt worden, obgleich die Wunder der Kunst in Rom mich sehr bezaubert haben. Ich habe in Rom den Ritter Hamilton kennen gelernt, er wollte aber nichts von ihnen wissen ob er gleich schon in Freyberg gewesen. Vielleicht weist er von ihnen zu viel. Der Kürze der Zeit wegen habe Ich mich wenig mit ihm unterhalten können und meine Kentnisse in der Geognosie sind zu gering um daß Ich etwas hatte profitirren können.
Den Ferber habe Ich hier und da gelesen. Wenn sie hinkommen sie werden gewiß viel mehr leisten.
Es ist nicht leicht sich etwas prächtigeres vorzustellen wie die Gegend um Neapel Der Insel Ischia der Vesuv Portici Neapel selbst das Promontoriu[m] Posilipo wodurch die berühmte Grotte begraben ist machen das allerprächtigste aussicht die man sich denken kann. Ich kann mir nicht vorstellen wie schon der Meerbusen von Baia sonst gewesen seyn muß, wie alle die tempeln und schone Gebaude gans wären dessen Ueberbleibsel noch vorhanden sind. Der Zolfatara die konigliche Jagt zu Astruni den Lago L'Agnano (wo die Grotte di cane sich befindet) sind ohne Zweifel feuerspeiende Berge gewesen. Vom [2] Baaderei des Nero kan das Feuer noch heute nicht weit seyn und in vielen Orten kann man den Sand nicht angreifen.
Ich werde diesen Sommer in der Schweitz zubringen
Ich werde einige Zeit in Genf zubringen wo Ich sehr froh seyn wurde einen Brief von ihnen zu bekommen schreiben sie mir ob sie ihre Mineralogische Reise noch vortsezen werden, wie und wann? Ich werde Neapel noch einmahl mit Vergnügen besuchen. Machen sie meine empfehlungen an alle Freunde in Freiberg. Sagen sie dem Herrn Doctor Baader daß Ich ihm geschrieben habe weiß aber nicht ob er mein Brief erhalten hat Dem Lieuteinant Malherbe habe Ich auch geschrieben. Ihnen hatte Ich auch lange lange geschrieben Ich hoffte aber ihnen etwas von Sicilien schreiben zu können das Vergnugen aber dieses land mit Ihnen einmahl zu besuchen hat mich jetzo abgehalten. Ich habe auch in Neape[l] keine Sammlung gemacht, habe nichts gekauft wie ein lokales [?] Vase von Lava welche sie entweder schon bekommen haben oder bald bekommen werden
Ich bleibe ihr freund und Diener
Ar Champernowne
Florenz
May 17 1790
 
A Monsieur
Monsieur Champernowne
Gentilhomme Anglois
a Geneve
en Suisse
La Poste restante.
[1] Mein lieber Herr Inspector
Ob Ich gleich ueberzeugt bin daß Ich ihnen nicht interressantes werde schreiben konnen, doch kann ich nicht das Vergnügen entgehen mich mit ihnen schriftlich zu unterhalten. Wie oft habe ich gedacht wie angenehm es mir gewesen wäre die Gegend um Neapel mit ihnen betrachtet zu haben, es ist noch nicht zu spad und Ich hoffe daß die Gelegenheit sich noch finden wird. Meine Liebe für die Mineralogie ist durch dieser Reise viel gestärkt worden, obgleich die Wunder der Kunst in Rom mich sehr bezaubert haben. Ich habe in Rom den Ritter Hamilton kennen gelernt, er wollte aber nichts von ihnen wissen ob er gleich schon in Freyberg gewesen. Vielleicht weist er von ihnen zu viel. Der Kürze der Zeit wegen habe Ich mich wenig mit ihm unterhalten können und meine Kentnisse in der Geognosie sind zu gering um daß Ich etwas hatte profitirren können.
Den Ferber habe Ich hier und da gelesen. Wenn sie hinkommen sie werden gewiß viel mehr leisten.
Es ist nicht leicht sich etwas prächtigeres vorzustellen wie die Gegend um Neapel Der Insel Ischia der Vesuv Portici Neapel selbst das Promontoriu[m] Posilipo wodurch die berühmte Grotte begraben ist machen das allerprächtigste aussicht die man sich denken kann. Ich kann mir nicht vorstellen wie schon der Meerbusen von Baia sonst gewesen seyn muß, wie alle die tempeln und schone Gebaude gans wären dessen Ueberbleibsel noch vorhanden sind. Der Zolfatara die konigliche Jagt zu Astruni den Lago L'Agnano (wo die Grotte di cane sich befindet) sind ohne Zweifel feuerspeiende Berge gewesen. Vom [2] Baaderei des Nero kan das Feuer noch heute nicht weit seyn und in vielen Orten kann man den Sand nicht angreifen.
Ich werde diesen Sommer in der Schweitz zubringen
Ich werde einige Zeit in Genf zubringen wo Ich sehr froh seyn wurde einen Brief von ihnen zu bekommen schreiben sie mir ob sie ihre Mineralogische Reise noch vortsezen werden, wie und wann? Ich werde Neapel noch einmahl mit Vergnügen besuchen. Machen sie meine empfehlungen an alle Freunde in Freiberg. Sagen sie dem Herrn Doctor Baader daß Ich ihm geschrieben habe weiß aber nicht ob er mein Brief erhalten hat Dem Lieuteinant Malherbe habe Ich auch geschrieben. Ihnen hatte Ich auch lange lange geschrieben Ich hoffte aber ihnen etwas von Sicilien schreiben zu können das Vergnugen aber dieses land mit Ihnen einmahl zu besuchen hat mich jetzo abgehalten. Ich habe auch in Neape[l] keine Sammlung gemacht, habe nichts gekauft wie ein lokales [?] Vase von Lava welche sie entweder schon bekommen haben oder bald bekommen werden
Ich bleibe ihr freund und Diener
Ar Champernowne
Florenz
May 17 1790
 
A Monsieur
Monsieur Champernowne
Gentilhomme Anglois
a Geneve
en Suisse
La Poste restante.
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