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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="235"><titleStmt><title>Hawkins, John an Werner, Abraham Gottlob</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Helmuth</forename><surname>Albrecht</surname><affiliation>Technische Universität Bergakademie Freiberg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Hildegard</forename><surname>Wiegel</surname><affiliation>Technische Universität Bergakademie Freiberg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Matthias</forename><surname>Bremm</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://tu-freiberg.de/">Technische Universität Bergakademie Freiberg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="http://edition-werner.tu-freiberg.de/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Helmuth</forename><surname>Albrecht</surname></persName><persName><forename>Hildegard</forename><surname>Wiegel</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-01-20</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz Abraham Gottlob Werners</ab><ab type="state"/></availability><date when="2021-12-15"/><idno type="url">http://edition-werner.tu-freiberg.de/letters/view/235</idno></publicationStmt><sourceDesc><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Universitätsbibliothek "Georg Agricola" der Technischen Universität Bergakademie Freiberg</institution><idno type="signatur">Nachlass Abraham Gottlob Werner, Band VI (F) S. 65-68</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="http://edition-werner.tu-freiberg.de/letters/view/235"><correspAction type="sent"><persName key="E">Hawkins, John</persName><placeName key="204">Zante</placeName><date>27.01.o.J.</date></correspAction><correspAction type="received"><persName>Werner, Abraham Gottlob</persName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/BrieanWe_485945576_0006/BrieanWe_485945576_0006_tif/jpegs/00000067.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/BrieanWe_485945576_0006/BrieanWe_485945576_0006_tif/jpegs/00000068.tif.original.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/BrieanWe_485945576_0006/BrieanWe_485945576_0006_tif/jpegs/00000069.tif.original.jpg"/><graphic n="4" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/BrieanWe_485945576_0006/BrieanWe_485945576_0006_tif/jpegs/00000070.tif.original.jpg"/></facsimile><text><body><div><p><hi rend="family:Times">[1] Zante Jan</hi><hi rend="family:Times;offset:4">r</hi><hi rend="family:Times"> 27<lb/>Bester Freund;<lb/>Die sechs beyliegende Briefe bitte ich Sie an die Herrn Camara &amp; Andrada zu uebergeben mit den freundschaftlichsten Empfehlungen. Durch die nehmliche Gelegenheit schicke ich Ihnen einen kleinen Fass des hiesigen Theers wovon Sie einen Theil unseren Klaproth zuschicken </hi><hi rend="family:Times;overstrike:1">werd</hi><hi rend="family:Times">mogen. <lb/>Er ist rein von der Quelle und hinlanglich um alle Kabinette in Deutschland mit Mustern des Bitum</hi><hi rend="family:Times;overstrike:1">inis</hi><hi rend="family:Times">en liquid</hi><hi rend="family:Times;overstrike:1">is</hi><hi rend="family:Times">ums des Plinius zu versehen.<lb/>Hier langte ich den 26</hi><hi rend="family:Times;offset:4">ten</hi><hi rend="family:Times"> Decembri an, nach einer Reise zu Wasser worinn ich zweymahl in Gefahr war den gewöhnlichen Schicksal eines Schifffahrers zu erleiden und Speise der Rochen und Meer =wölfe zu werden. Diese Resie die wohl fuglich in gunstigem Wetter in 5 Tagen gemacht werden könnte dauerte 22 wahrend welcher wir nur einmal den Anker warfen. In der That hatte ich diese Reise zu lange verschoben und fing sie gerade in der Zeit der Sturme an. <lb/>In zante bin ich wirklich zu Hause, . denn unser Consul ist mein besonderer Freund und ich gehe sonst mit einigen der liebenswurdigsten Leuten in der Welt um deren Bekanntschaft ich auf meiner vorigen Reise gemacht hatte. Die Insel ist ein wahrer Paradis, voll thatiger Bewohner, vollig bebaut und umringelt mit den herrlichsten See=aussichten,<lb/>Zudem besitzt ein jeder Berg und Vorgebirg eine klassiche Wurde und Sie werden leicht die Annehmlichkeit meiner jetzigen Lage begreifen, wenn ich sage dass gerade vor mir im Gesicht lieg</hi><hi rend="family:Times;underline:1">t</hi><hi rend="family:Times">en die Mundungen des Peneus &amp; Alpheus, die ganze Kuste von Elis und hinter diesen die arkadischen Gebirge die seit einigen Wochen mit Schnee bedeckt worden sind.<lb/>Ich mache mich jetzt zu einer kleinen Nebenreise dahin bereit und gedenke den Alpheus bis nach Olympia hinauf zu beschiffen. Meine Sammlung von griechischen Alterthumer ist schon angefangen und in kurzer Zeit hoffe ich einen beträchtlichen Zuwachs zu erhalten Meine hiesige Freunde leisten mir Hulfe und kommen mir sogar zuvor. Ach mein Freund was ist mit [2] dem ruhigen Studio der Natur und de</hi><hi rend="family:Times;overstrike:1">m</hi><hi rend="family:Times">n geschmackvollen Alterthümer der Griechen zu vergleichen! Ich fliehe die gesellschaftliche Welt wo rinne ich in der That seit einiger Zeit wenig wahre Gluckseligkeit empfunden habe und unter einem gelinden Himmelsstucke gehe mit der Natur und den alten Griechen u</hi><hi rend="family:Times;overstrike:1">r</hi><hi rend="family:Times">m.<lb/>Ich hoffe dass Sie meine</hi><hi rend="family:Times;overstrike:1">n</hi><hi rend="family:Times"> Briefe aus Wien &amp; Venedig erhalten haben und dass Sie mir bald durch einige Zeile Nachricht von Ihrem Wohlbefinden ertheilen werden. Meine Adresse bis Junio ist<lb/>J Hawkins<lb/>chez Consul Foresti<lb/>Zante<lb/>au soins de Mr Watson Consul Brittannique <lb/>a Venise<lb/>Empfehlen Sie mich besonders an meine Freunde Zeisig &amp; Watzdorf, wie auch an die Heynitzische &amp; Charpentierische Familie, an Ranff, Thiele Peschel &amp;c. den Herrn Coke nicht zu vergessen,<lb/>[3]<lb/>[4]<lb/>an den Herrn Bergkommissionsrath Werner<lb/>zu Freyberg<lb/>im Erzgebirge<lb/></hi></p></div></body></text></TEI>
