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<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc n="657"><titleStmt><title>Watt, James (jun.) an Werner, Abraham Gottlob</title><editor><persName role="Herausgeber"><forename>Helmuth</forename><surname>Albrecht</surname><affiliation>Technische Universität Bergakademie Freiberg</affiliation></persName><persName role="Herausgeberin"><forename>Hildegard</forename><surname>Wiegel</surname><affiliation>Technische Universität Bergakademie Freiberg</affiliation></persName><persName role="Technische Koordination"><forename>Matthias</forename><surname>Bremm</surname><affiliation>Universität Trier</affiliation></persName></editor><respStmt><orgName ref="https://tu-freiberg.de/">Technische Universität Bergakademie Freiberg</orgName><orgName ref="https://www.slub-dresden.de">Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden</orgName><orgName ref="http://kompetenzzentrum.uni-trier.de">Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier / Trier Center for Digital Humanities</orgName><resp ref="http://edition-werner.tu-freiberg.de/contact">Mitwirkende</resp></respStmt></titleStmt><editionStmt><edition/></editionStmt><publicationStmt><publisher><persName><forename>Helmuth</forename><surname>Albrecht</surname></persName><persName><forename>Hildegard</forename><surname>Wiegel</surname></persName></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0 DE)</licence><ab type="version">version-01-20</ab><ab type="edition">Digitale Edition der Korrespondenz Abraham Gottlob Werners</ab><ab type="state"/></availability><date when="2021-12-15"/><idno type="url">http://edition-werner.tu-freiberg.de/letters/view/657</idno></publicationStmt><sourceDesc><msDesc n="carrier2"><msIdentifier><institution>Universitätsbibliothek "Georg Agricola" der Technischen Universität Bergakademie Freiberg</institution><idno type="signatur">Nachlass Abraham Gottlob Werner, Band II (B) S. 157-160</idno></msIdentifier><physDesc><objectDesc><ab type="type">Manuscript</ab><ab type="subtype">Original</ab></objectDesc></physDesc></msDesc></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc ref="http://edition-werner.tu-freiberg.de/letters/view/657"><correspAction type="sent"><persName key="E">Watt, James (jun.)</persName><placeName key="834">Manchester</placeName><date when="1790-02-25">25.02.1790</date></correspAction><correspAction type="received"><persName>Werner, Abraham Gottlob</persName></correspAction></correspDesc></profileDesc></teiHeader><facsimile><graphic n="1" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/BrieanWe_485944510_0002/BrieanWe_485944510_0002_tif/jpegs/00000157.tif.original.jpg"/><graphic n="2" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/BrieanWe_485944510_0002/BrieanWe_485944510_0002_tif/jpegs/00000158.tif.original.jpg"/><graphic n="3" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/BrieanWe_485944510_0002/BrieanWe_485944510_0002_tif/jpegs/00000159.tif.original.jpg"/><graphic n="4" decls="carrier2" url="https://digital.slub-dresden.de/data/kitodo/BrieanWe_485944510_0002/BrieanWe_485944510_0002_tif/jpegs/00000160.tif.original.jpg"/></facsimile><text><body><div><p>[1] Herrn <hi rend="family:Times">Inspector Werner</hi><lb/><hi rend="family:Times">Manchester 25</hi><hi rend="family:Times;offset:4">ten</hi><hi rend="family:Times">.. Feb</hi><hi rend="family:Times;offset:4">ü</hi><hi rend="family:Times">..1790</hi><lb/>Lieber Freund<lb/>Dieses wird Ihnen durch den jungen Herrn <hi rend="family:Times">Weaver</hi> ein Lands mann von mir überreicht, den ich die Freyheit nehme Ihnen bestens zu empfehlen. er gedenkt sich einiger Zeit in Freyberg aufzuhalten, um das Berg wesen und andere damit verwandte Wißenschaften zu erlernen, und werde es sich besonders angelegen seyn laßen Ihre Stunden fleißig zu besuchen. Seine Anverwandten haben einige ziemlich beträchtliche Kupfer Gänge, entweder auf ihren eigenen Gütern in <hi rend="family:Times">Irrland</hi> entdekt, oder sie von andern dort verpachtet, und haben diesen jungen Mann zur Aufseher derseleben bestimmt, und wünschen daher daß er die Bergschaftliche Wißenschaften gründlich studiren soll. Ich bitte Sie ihm hierinn mit Ihrem guten Rath behülflich zu seyn und sein Augenmerk auf das jenige zu richten, welches ihm von vorzüglicher Nuzen seyn werde.<lb/>Sie wurden Sich wohl über mich verärgen, daß ich Ihnen meinem Versprechen gemäß, während so langer Zeit nicht geschrieben habe; die Ursache davon hat wirklich darinn gelegen, daß mir nichts vorgefallen ist, durch deßen [2] Mittheilung ich Ihnen Vergnügen zu machen hoffen konnte. Seit ich in England bin, habe ich beinaffe keine Gelegenheit gehabt meine Mineralogische Studien fortzusezen oder Beobachtungen zu machen. Einige Familien Verdrüße die eine verfaßte Stiefmutter mir zuzog, machten es nöthig daß ich mich von meines Vaters haus entfernen und seine Geschäfte aufgeben sollte, kurz nach meiner Zuückkunft. Jezo habe ich mich vorzüglich darauf gelegt eine genaue Kenntniß der Färberey und <hi rend="family:Times">Cattim</hi> Druckerey, welche hierzu Land ziemlich vortheilhafte Geschäfte sind, und großer Verbeß=erungen fähig sind, zu erwerben; Meine künftige Bestimmung, muß von vielen Umständen abhängen die sich nicht voraus sehen laßen, also habe ich darüber noch keine Entschließung gefaßt. Ich behalte doch noch immer dießelbige Neigung gegen die Minera=logie welche Ihre Lehren mir sonst einflösten, und lese viel von Büchern die in diesem Fach einschlagen. Ich habe auch eine kleine Abhandlung über den Bergwerk wo sich der Witherit findet, geschrieben, und laße solches in den <hi rend="family:Times">Memoirs</hi> der <hi rend="family:Times">Manchester</hi> Philosophischen Gesellschaft drucken; ich werde die erste Gelegenheit benuzen Ihnen ein <hi rend="family:Times">Exemplaire</hi> davon zu übermachen, wie auch einige Stücken von dem <hi rend="family:Times">Witherit.</hi> [3] Ich hoffe Sie werden bald Ihre System heraus geben, ich und andere warten darf mit Ungeduld. Herr <hi rend="family:Times">Keir</hi> der bekannte Uebersetzer des <hi rend="family:Times">Macquers</hi> chemisches <hi rend="family:Times">Dictionarium</hi>, giebt jezo ein ganz neues Chemisches <hi rend="family:Times">Dictionarium</hi> heraus, bey weitem das beste daß noch erschienen ist, und gedenkt auch ein Oricktognostisches Lehrbuch so bald er mit erstem fertig ist, heraus zugeben. Ich habe ihn mit Ihrem System bekannt gemacht, welches er sehr gut gefunden hat und will die Uebersetzung davon unternehmen, wenn es bald heraus kommt; ich habe ihm meinen Beystand in dieser Arbeit versprochen wie auch daß ich Ihnen dieses schreiben wollte und um eine Erklärung bitten ob Sie noch dgedachtens System heraus zugeben im Sinn hätten, Sie werden mich also durch ein Antwort hierüber unendlich verbinden. Diese Anerbietung des Herrn Keir's ist keines wegs zu verachten, denn seine Mineralogische Kenntniße und seiner Kenntniß des Deutschen Sprache sind sehr groß, zu geschweigen daß er jezo an der Spize aller Englischen Chemisten steht.<lb/>Ich verharre in Erwartung Ihres baldigen gütigen Antworts'<lb/>Ihr ergebener Freund und Diener<lb/><hi rend="family:Times">James Watt Junior</hi><lb/>P. S. Mein Addresse ist<lb/>beÿ den Herrn <hi rend="family:Times">Taylor &amp; Maxwell</hi><lb/>zu <hi rend="family:Times">Manchester</hi><lb/>Verzeihhen Sie mein schlechtes Dheutsch, ich hätte beynahe vergeßen daß Sie die Englische Sprache so gut kannten. <lb/>[4] <hi rend="family:Times">Herrn<lb/>Herrn Berg Academie Inspector Werner<lb/>zu<lb/>Freyberg.</hi></p></div></body></text></TEI>
